Ein Familienmensch auf Erfolgskurs

Maik Nikolaus vom BGC Rodalben: Als Spieler und Ratgeber unverzichtbar

 

Da sitzt er. Die Holzbank in der gepflegten Anlage des 1. Bahnen-Golf-Club (BGC) Rodalben) würde durchaus Platz bieten für weitere Mitglieder des Clubs. Aber Maik Nikolaus (34) ist für geraume Zeit der Bankhalter.

Links und rechts neben sich hat er seinen Schriftkram abgelegt, dazu viele bunte Bälle und einen Schläger. Der Blick schweift konzentriert zu den Sportkameraden auf der Bahn. Zu den Mannschaftskollegen, aber auch zu den Miniaturgolf-Azubis. Der Primus auf der Schwallborn-Anlage gibt Tipps, theoretisch und praktisch. Und alle nehmen seine Hilfe dankbar an.

Maik Nikolaus hat im Verein eigentlich keine Funktion. Weder im geschäftsführenden Vorstand noch im erweiterten Ausschuss. Aber sein Rat und seine Erfahrung sind gefragt. Und der Miniaturgolf-„Pabst“ gibt sein Wissen gerne weiter. Beispielsweise an Julia Klöckner, die rheinland-pfälzische CDU-Chefin und Stellvertreterin der Bundesvorsitzenden Angela Merkel. Die Spitzenpolitikerin ernannte bei einem Prominenten-Turnier in Rodalben Maik Nikolaus spontan zu ihrem „persönlichen Berater“.

Der 34-jährige Maik Nikolaus hat seine Miniaturgolf-Karriere vor 27 Jahren begonnen. Natürlich beim Vorzeige-Club in der Südwestpfalz. Er hat seinen Heimat-Verein nie verlassen („einmal Rodalber – immer Rodalber“), obwohl es ihn schon öfter in die Fremde zog. „Einer meiner Träume ist es, einmal in der Bundesliga zu spielen“, hegt der Vater zweier Kinder durchaus verständliche Wünsche, die seinem sportlichen Leistungsniveau nur förderlich sein können. So sieht es auch Thomas Magin, Sportwart des rheinland-pfälzischen Verbandes: „Natürlich hatte Maik Nikolaus auch schon Angebote, überregional zu spielen. Beispielsweise in der zweiten Liga in Ludwigshafen, was aufgrund der vielfältigen neuen Anlagen bei der Weiterentwicklung helfen würde. Aber auch aus familiären Gründen passt das nicht.“ Übrigens: Maik Nikolaus' Vorbild ist der deutsche Meister Robert Hahn – vom MGC Ludwigshafen.

Selbst war Maik Nikolaus noch nie deutscher Meister. Aber immerhin holte er 2013 bei den Titelkämpfen in Rodalben die Bronzemedaille. Und kürzlich belegte er in Kelheim den sechsten Platz. „Da hätte ich durchaus Fünfter werden können. Doch ich war wohl nicht konzentriert genug“, meinte der Eternit-Spezialist selbstkritisch.

Diese Erkenntnis führt den „Otto Normalbetrachter“ automatisch zur Frage: „Wie kommt der Miniaturgolfer ganz nach vorn an die Spitze? Die Antwort gibt der ehemalige Sterngolf-Nationalspieler Stefan Scheider: „Da sind wir dann beim Thema Talent. Manche schaffen es nie – um das auf den Punkt zu bringen. Ich glaube, ganz entscheidend ist, sich von ersten Misserfolgen nicht abschrecken zu lassen. Es ist noch nie ein Golfgenie vom Himmel gefallen. Wenn ich mit diesem Sport anfange, muss ich davon ausgehen, dass ich in der ersten Zeit Niederlagen erlebe. Das erste Jahr ist ein Lehrjahr – egal, wie talentiert man ist. Manche schaffen es sogar, sich im ersten Jahr für gewisse Ziele zu qualifizieren, aber keiner wird in der Spitze mitspielen. Zielstrebigkeit, Zähigkeit, sich nicht von Misserfolgen zurückwerfen zu lassen – das sind wichtige Voraussetzungen.“ Was Maik Nikolaus betrifft, ergänzt Thomas Magin: „Er ist ein Experte für Eternit-Bahnen und deshalb immer wieder in den Zwischenrunden der deutschen Meisterschaften im Miniaturgolf vertreten. Außerdem hat er etliche Pokalturniere gewonnen. Für noch größere Erfolge müsste er deutlich mehr Erfahrung auf Beton-Bahnen sammeln, da die Kombination die Königsdisziplin ist. Doch dafür müsste er recht weite Wege zum Training auf sich nehmen.“

Klar, dass Maik Nikolaus ehrgeizig genug ist, seine sportlichen Ziele zu erreichen. Das unabdingbare Talent wurde ihm ohnehin von seiner Mutter Monika in die Wiege gelegt. Aber der südwestpfälzische Ausnahme-Miniaturgolfer verkörpert nicht den gnadenlosen Einzelkämpfer. „Ich bin eher ein Teamplayer, sonst wäre ich nicht ich.“ Und das unmittelbare Umfeld ist ein wichtiger Bestandteil des sportlichen Tuns: „Vor wichtigen Wettbewerben werden Kraft und Ruhe bei der Familie getankt, die natürlich während des Turniers hintanstehen muss.“ Das führt aber nicht zu Problemen, zumal Ehefrau Sandra und Tochter Jana ebenfalls mit sportlichen Ambitionen das Spiel mit dem kleinen Ball betreiben.

Ob Maik Nikolaus jemals in der Bundesliga oder im Nationalteam zu finden sein wird, ist derzeit nicht absehbar. Aber seine Leistungen werden nicht nur beim BGC Rodalben anerkannt, sondern auch beim Minigolfsportverband Rheinland-Pfalz. Sportwart Thomas Magin: „Im Januar wird der Landeskader festgezurrt. Maik Nikolaus wird dabei sein.“

 

 

Nachruf

Für uns alle unfassbar ist die Nachricht vom plötzlichen Ableben unseres Ehrenmitgliedes und langjähriger Kassenwartin

Gerlinde Boltze

Ihre Vereinstreue soll uns eine Verpflichtung sein. Wir werden ihr stets ein ehrendes Andenken bewahren.

1.Bahnengolfclub Rodalben